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Rückenwind

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Do you think about me now and then?
Do you think about me now and then?
‘Cause I’m comin’ home again, comin’ home again
Do you think about me now and then?
Do you think about me now and then?
Oh, now I’m comin’ home again

Maybe we could start again.

Nur noch wenige Tage verbleiben bevor es voller Eindruecke, Emotionen, neuer Ideen und neuer Motivation wieder zurueck nach Deutschland geht. Hinter mir liegen nicht nur ueber 35.000 km (Luftlinie) sondern auch die wahrscheinlichst spannensten drei Monate meines Lebens. Ich habe viel gelernt: Ueber mich selbst, ueber meine Mitmenschen in der Naehe und in der Ferne, sowie un pocito Espanol. Und noch viel mehr.


Meine Reise auf einer größeren Karte anzeigen

Da New York darauf wartet, von mir entdeckt zu werden, alles weitere in einer kleinen Auflistung…

Was bleibt.

  • Begeisterung fuer andere Laender und Kulturen
  • Manch altes und neues Vorurteil (z.B. gibt es sehr nette Menschen in Holland, aber wenige interessante Israelis in Südamerika)
  • Hoffentlich ein wenig braune Hautfarbe
  • Sonnenbrand
  • Die Infektionskrankheit “Reisefieber”
  • 3000 Fotos und Videos
  • Der Tick, Busse durch Handzeichen anzuhalten
  • Die Wanderslust
  • Die Sucht Reisender und nicht Tourist zu sein
  • Die Abneigung gegenueber Klischee-Gringos
  • Die Liebe zum Matetrinken (Drink doch eene mit!)
  • Eine Rolle 3lagiges Toilettenpapier im Handgepaeck (immer!)
  • Mehr Zeit fuer Literatur, Musik, Sprachen und Kunst. Kurz: Mehr Kultur
  • Der Musikmix, der mich auf meiner gesamten Reise begleitet hat (Danke nochmal, Thomas!)
  • Bewusstsein, dass monetaerer Erfolg wenig bis gar nichts wert ist
  • … dass ein wenig mehr Geld einen manchmal ein grosses Stueck weiter bringt
  • … dass Europaer historisch gesehen viel Bockmist gebaut haben
  • … dass Religion hemmt
  • … dass man grossartige Menschen treffen muss – nicht suchen
  • … dass fremde Sprachen maechtige Schluessel sind
  • Liebe

Wir starten mit Musik, warum nicht mit Musik enden?

Siehst Du den Horizont?
Direkt überm Boden fängt der Himmel an.
Und wär’ ich dort,
dann würd’ ich wetten,
daß ich ihn erreichen kann.
Doch hier, hat es den Anschein,
bin ich dafür zu klein.
Also hau’ ich ab mit Sack und Pack,
und pack ein paar meiner Siebensachen,
die ich hab, und dann wird mir klar,
es fehlt immer ein Stück,
doch ich mach’ mir nichts draus,
setz’ den Wagen zurück und bin raus.
Fahr gerade über Land, es wird grade mal hell,
spüre Freiheit im mir, denk’, das geht aber schnell,
bleibe besser in mir, denn es gibt kein Zurück,
und alles was ich brauche ist mein Auto und Glück.
Ist die Anlage an, dann geht der Sound ab,
und ich rauch’ die Zigarette, die ich dafür gebaut hab,
und schaut ab und zu mal einer dumm, dann nehm ich’s ihm nicht krumm,
denn Thomas D. haut ab, und ich weiß ich komm rum,
und ihr schaut ab und zu mal besser eure Straße lang,
denn irgendwann komm ich an, und dann hoffe ich,
ihr wißt, was geht, und daß ihr mich versteht,
und macht was draus, denn eh’ ihr euch’s verseht
bin ich wieder raus.
Chorus:
Ich packe meine Sachen und bin raus, mein Kind,
Thomas D. ist auf der Reise und hat Rückenwind.
Ich sag es euch auf diese Weise, alle die am Suchen sind
sind mit mir auf der Reise, haben Rückenwind.
Und wir fahrn auch über Wasser, wenn da Brücken sind,
he, der Typ hat ‘ne Meise, aber Rückenwind.
Wir betreten neue Wege, die wir noch nicht hatten,
ich nehm’ euch mit, ‘n Stück in meinem Windschatten..
Und noch genieß ich die Zeit,
die ich daheim vertreib, denn zum Zeitvertreib
führt der Weg meiner Freunde zu mir her, meine Wohnung ist nie leer,
und es könnten noch viel mehr Parties abgehn, wovon wir absehn,
wenn auch die Freunde bei mir aus und ein gehn, und abdrehn,
ist es egal, wieviel Aufsehn wir erregen,
weil wir doch noch mehr bewegen, bewegen wir uns auf anderen Ebenen,
und bringen mehr Bewegungen zu anderen noch Lebenden.
Und fällt dem Regen ein, er wollt mein Wagen ja noch waschen,
hab’ ich euch in meinem Herzen und Musik in den Taschen,
und mit so’ner Einstellung werd’ ich alles überleben,
sagte ich nicht irgendwann mal, es wird Regen geben?
Es gibt nicht nur Sonnenschein, doch ich laß’ die Sonne rein, yeah,
der Meister ist im Haus, und läßt die Sonne raus,
denn seh ich die Straßen, die Wolken, gehört die Welt mir,
ich hab’ nur Unsinn im Sinn und ich hab’ dich im Visier.
[Chorus]

Yeah. It’s Dr. J. Thomas D. is gettin’ things done,
and he ain’t on the run…
Und irgendwann komm’ ich dann in ‘nem Wohnmobil an,
bin somit ständig am Reisen, immer am Ziel und kann
euch am besten beweisen, alle brauchen Visionen,
ich hab’ die, ich steh’ vor eurem Haus und ihr laßt mich drin wohnen,
und wir fahrn gemeinsam ab, weil jeder selbst steuert,
dann geb’ ich euch meine Kraft, weil ihr mich anfeuert,
denn wenn ihr beteuert, mich zu verstehn, dann laßt mich gehn,
und wir werden uns wiedersehn.
Ich laß nur zurück, was keiner braucht,
Last, die mich unten hält, obwohl sie selbst nichts taugt,
denn ich brauch freie Sicht, ich weiß ich leb´ umsichtig,
mir ist nicht viel wichtig, nur eins, folgt mir nicht,
ich bitt’ dich, nicht mit mir zu gehn, weiß das eine:
Reisen ist gesund, ich hau’ ab und zieh Leine,
und ihr seht mich als Punkt am Horizont verschwinden,
um ein Stück weiter hinten mich selbst zu finden.
Chorus:
Ich packe meine Sachen und bin raus, mein Kind,
Thomas D. ist auf der Reise und hat Rückenwind.
Ich sag es euch auf diese Weise, alle die am Suchen sind
sind mit mir auf der Reise, haben Rückenwind.
Und wir fahrn ab über Wasser, wenn da Brücken sind,
he, der Typ hat ‘ne Meise, aber Rückenwind.
Wir betreten neue Wege, die wir noch nicht hatten,
ich nehm’ euch mit, ‘n Stück in meinem Windschatten..
Yeah,
Bis bald.

Planaenderung

5

Die Eindruecke und Erlebnisse hier in Suedamerika sind grossartig – meine Berichte sind es leider nicht. Habe ich Zeit und Lust zum Schreiben (z.B. im Bus), fehlt mir das Schreibgeraet, bin ich muede und ausgepowert, findet man mich im Internet-Café. Um  “Blogdruck” zu vermeiden, werde ich in den naechsten Wochen ausschliesslich twittern. Follow me on www.twitter.com/traendy. Achtung: Voraussichtlich nicht alle Statusmeldungen werden mit Facebook synchronisiert. Und: Auf meiner naechsten Reise begleitet mich definitiv ein Netbook oder so.

Damit ihr trotzdem halbwegs im Bilde seid, was in der letzten Woche geschah, hier eine sehr kurze Zusammenfassung: Am Sonntag ging es Abends mit Bauchschmerzen und ziemlich angeschlagen per Flugzeug von El Calafate nach Buenos Aires. Am naechsten Tag nahm ich abends den Nachtbus nach Salta im Norden Argentiniens. Nach einer Uebernachtung ging es morgens um 06.00 Uhr per Bus Richtung Grenzstadt. Taxi zur Grenze, zu Fuss ueber die Grenze und in einem weiteren Taxi nach Tarija. Dort lecker bei bolivianischer Familie zu Mittaggegessen und am folgenden Abend per Nachtbus nach Turpiza.

Heute war ich fuenf Stunden lang in der Savanne reiten und werde morgen zu einer viertaegigen Tour durch die Salar de Uyuni aufbrechen. Ab dem 10. Februar werde ich in Oruro Karneval feiern und dann anschliessend weiter nach La Paz. Der Rest ist natuerlich geplant aber mit einem hoeheren Unsicherheitsfaktor behaftet ;)

Todo esta bien!

1

Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muß ich fort,
hab‘ mich niemals deswegen beklagt.
Hab‘ es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt,
nie nach gestern und morgen gefragt.

Bevor es morgen Richtung Patagonien geht, gibt es hier noch ein letztes Lebenszeichen von mir. Aber von vorn. Sonntag war ich (ausnahmsweise) mal als Tourist in Buenos Aires unterwegs. Zunaechst habe ich dem leicht in die Jahre gekommenen Praesidentenpalast (Casa de Gobierno / Casa Rosada <- weil pink) einen Besuch abgestattet und war ein wenig enttaeuscht. Gleich von mehreren Seiten hatte ich gehoert, dass die Kiste ein Must-See in Buenos Aires unter anderem wegen der Einrichtung ist. Eventuell bin ich durch die zahlreichen (deutschen) Burgen und Schloesser verwoehnt, aber wirklich beeindruckt hat mich nur der Fakt, mit wie wenig Aufwand ich im Buero von Cristina Fernández de Kirchner stand. Die sieht uebrigens um einiges besser aus als unsere Angie, wir sind hier schliesslich in Suedamerika :) .

Wieder zurueck auf der Strasse wunderte ich mich, wo all die Menschen hin sind, die Buenos Aires normalerweise bevoelkern. Gut, die Einwohner sind bei gefuehlten 37 Grad in kuehlere Regionen ausgeflogen, aber wo sind all die turistas? Eine Ecke weiter wurde ich fuendig. Menschen, Menschen, Menschen. Auf dem traditionellen Markt auf La Defensa verkaufen lokale Haendler jeden Sonntag allerhand Nippes aber auch einige sehenswerte Antiquitaeten auf einer Laenge von 3km. Das laesst selbstverstaendlich kein echter Touri aus, sodass auch ich mich, dank Lunchtipp von meinem Hostel mit einem Riesenlappen Fleisch auf der Hand (= “Sandwich”), unter die Menschen mischte. Kurz nachdem ich zum Nachtisch ein koestliches Nusseis verspeist hatte (doof… habe ich dann auch gemerkt…), setzte ein lang ersehnter Regen ein. Auf einmal ging alles ganz schnell. In nullkommanix hatten die zahlreichen Haendler ihre Sachen eingepackt und fluechteten unter eines der vielen Vordaecher. Mich trieb der Regen in einen wunderschoenen ueberdachten Markt.  Erinnerungen an die ueberdachten Maerkte im alten europaeischen Teil in Istanbul wurden wach.

Mit ein wenig Zufall landete ich dann im Manzana de las Luces. Genauso wie das “Museo del Cabildo y la Revolucion” am Plaza de Mazo ein Gebauede voller Geschichte. Dabei wurde wieder einmal deutlich, dass Argentinier zwar versuchen, Orte nationaler Geschichte zu erhalten, jedoch kein glueckliches Haendchen betreffend der Praesentation der Exponate besitzen. So braucht es Einiges an Interesse und Phantasie, um sich an diesen Orten begeistern zu lassen. Kurze Zeit spaeter hab ich mich mit dem Ami auf ein Bierchen getroffen, mit dem ich morgen den Trip durch Patagonien starten werde. Sein Plan, am folgenden Tag Colonia del Sacramento in Uruguay auf der anderen Seite des Rio de la Plata zu besuchen, inspirierte mich auf der Rueckfahrt in der U-Bahn in Richtung Hostel. So kam es, dass ich relativ spontan Tickets fuer die Faehre am naechsten Tag buchte. Kaum war dies erledigt, machten mir ein paar brasilianische Bekannte mit einem beherzten “Andrrreaas” deutlich, dass auf der Dachterasse eine kleine Party stattfindet. Ok, ein Bier geht immer. Eineinhalb Stunden spaeter hatte ich Schwierigkeiten mein Bett zu finden.

Am naechsten Morgen hatte ich mir meinen Wecker auf 05.45 Uhr gestellt, um genuegend Zeit zum Packen zu haben. Um 06.58 Uhr bin ich aufgewacht und stellte erschrocken fest, dass ich spaetestens in 2 min am anderen Ende der Stadt sein sollte, um rechtzeitig fuer die Faehre einzuchecken. Oh no! Den Gedanken unter die Dusche zu springen, verwarf ich schnell und schmiss mir ein T-Shirt ueber, liess mein Gepaeck im Hostel und nahm ein Taxi zum Hafen (irgendwo auf dem Weg verlor ich eins meiner Kofferschloesser…). Netterweise erkannte der Taxifahrer meine missliche Lage und drueckte ein wenig mehr auf die Tube, so dass ich schliesslich ein paar Abkuerzungen spaeter leicht schwindelig am Hafen ankam (07.35 Uhr – Rekordzeit!). Ich richtete mich bereits (mit Woerterbuch bewaffnet) auf eine leidenschaftliche Diskussion ein, ob ich noch auf die Faehre gelassen werde oder nicht. Nichts dergleichen, alles easy. Achja, bin ja in Suedamerika :) .

Im Takt schaukelnd zu einem schlechten Cover von “Knocking On Heaven’s Door” liessen wir Buenos Aires hinter uns. Vom Ufer aus, hatte ich bereits ueber die Ausmasse des Rio de la Plata gestaunt, denn an der breitesten Muendung der Welt sieht man das andere Ufer nicht. Kein Wunder also, dass ich Buenos Aires bisher immer am Meer vermutete. Bei der Ankunft in Colonia del Sacramento dachte ich in der etwas in die Jahre gekommenen Abfertigungshalle darueber nach, wie schnell man sich an solche Dinge gewoehnt, als wir durch ein funkelnagelneues Terminal liefen. Wie ein gerade gelandetes Ufo funkelt dieses Gebauede in einer sonst eher heruntergekommenen Gegend. Komisch. Nachdem ich in einer etwas seltsamen Huette Geld gewechselt hatte (und das Gefuehl nicht los wurde, dass ich dabei verarscht wurde), ging es erst einmal zum Hostel. Dort wunderte ich mich zunaechst ueber das junge Maedchen am Empfang. Kaum hatte ich die Brille angezogen, stellte ich fest, dass es sich um eine klein geratene Frau in ihren 50ern handelt. Oh.

Nun war endlich Zeit, um eine Kleinigkeit zu Fruehstuecken. Da sich die Idee von “am Morgen etwas essen” in suedamerikanischen Restaurants noch nicht wirklich herumgesprochen hat, gab es ein koestliches uruguaisches Rueckensteak direkt am Plaza de las Armas. Mit jedem Augenblick hellte sich meine Stimmung auf. Genau bis zu dem Augenblick, in dem sich eine sueddeutsche Reisegruppe in kleinen Grueppchen um meinen Tisch herum verteilte. Mit miserablen Englisch und keinem Wort Spanisch wurde bestellt, auf Deutsch laut die Umgebung kommentiert (“ahh… Seppel, da schau her”). Meine Aggressionen bekaempfte ich, indem ich mein Notizbuch zog und eben diese Zeilen notierte. Auch eine Form von Stressbewaeltigung. Werde dies mit Sicherheit beibehalten.

In der Iglesia Matrizt, der aeltesten Kirche Uruguays, staunte ich ueber eine riesige begehbare Krippe (auf dem Video hat sie Aehnlichkeiten mit einer Geisterbahn). Mitten im Ort steht ein Leuchtturm dessen Aussicht ich mir anschliessend selbstverstaendlich nicht entgehen lassen konnte (genauso wie die Tuerrahmen, an denen ich mir den Kopf stiess). Bei meiner kleinen Museumstour gab es unter anderem portugisisches Porzellan aus dem 18. Jahrhundert zu bewundern (die Stadt wurde von Portugiesern gegruendet und mehrmals von Spaniern – spaeter auch Englaendern – besetzt). Ein Teller war unuebersehbar mit einem Hahn bemalt. Die einzige Beschriftung hierzu: Plato con gallo en el centro. Achja, jetzt sieht man es…

Bei einem Abstecher im Hostel schaffte ich es endlich, eine Dusche zu nehmen und lernte bei der Gelegenheit eine Franzoesin kennen, die gleich im Bett ueber mir uebernachtete. Auf dem Weg zu einem Aussichtspunkt mit nettem Restaurant (lt. Guide) beobachtete ich einen Mopedfahrer, der seine Rueckspiegel genau auf seine Brust gerichtet hatte. Mit der Sonne im Ruecken sah das so aus, als ob er einen eckigen Bikini truege. Sehr lustig! Das Essen konnte leider bei Weitem nicht mit dem Fruehstueck mithalten und die Aussicht machte eher schlechte Laune. Bei den ganzen schmusenden, turtelnden, sich neckenden Paerchen (verfluchtes Suedamerika :( ) kommt irgendwann ein wenig Einsamkeit auf.

Zurueck auf der Hostelterasse machte ich mir Gedanken, welche Orte ich in Argentinien auf dem Weg nach Bolivien noch unbedingt sehen moechte. Wie es derzeit aussieht, werden das ziemlich viele sein, sodass sich der Besuch der Sprachschule weiterhin variabel disponiert wird. Immer noch etwas angekratzt vom missglueckten Abend beschallte mich der MP3 Player erst mit den Kings of Convenience (“Homesick”) und dann mit Lenny Kravitz (“Fly away”)* als ein dampfender Teller Polenta vor meiner Nase auftauchte. Fuer mich. Von Veronica, Mercedes und Laura aus Buenos Aires gekocht, die ich bei der Gelegenheit gleich kennenlernte. Yeah!

Fuehstueck gab es am Tisch einer New Yorkerin und einer werdenen Opernsaengerin aus Buenos Aires. Erstere klaerte mich darueber auf, dass Berlin derzeit “the better NY ist” (wegen Kunst und so). Zweitere beendete das Gespraech relativ schnell, nachdem wir ueber mein Alter gesprochen haben. Doof. Fuer die restliche Zeit in Suedamerika bin ich mindestens 24. Wenig spaeter ging es zurueck zum Ufo. Dabei bemerkte ich, dass es um einiges kuehler und windiger als am Vortag war. Es stellte sich heraus, dass dies den Funfaktor bei der Rueckfahrt um einiges erhoehen sollte (wir erinnern uns: huuuuiii, ohhhh, ahhhhh, *wuerg*). Auch hiervon gibt es selbstverstaendlich ein Video.

Wieder in Buenos Aires hatte ich fast das Gefuehl nach Hause zu kommen, denn inzwischen ist mir die Stadt ziemlich ans Herz gewachsen. Aber hierzu spaeter mehr.

¡Hasta luego!

*Ganz besonders grosses Dankeschoen Thomas fuer den Weltklasse-Musikmix!! Stichwort: Ansage :)

Wie in alten Zeiten

3

Tage fliegen vorbei und es wird mal wieder Zeit einen kurzen Blick zurueck zu werfen. Waehrend ich darueber nachdenke, was in den letzten Tagen so passiert ist, sitze ich in einem der zahlreichen leicht angeranzten Internet-Cafés bei mir um die Ecke und werde unter anderem von schlechtem Spanischem Hip-Hop beschallt…

A propos Musik. Suedamerikaner scheinen ein Faible dafuer zu haben, internationale Pop-Songs ins Spanische zu uebersetzen. Bei schmierigen Liebeslieder ok, aber bei Jazz?! Auch sonst gibt man sich hier in Argentinien angepasst oder unangepasst – je nachdem aus welchem Winkel man das betrachtet. Autos beispielsweise sind hier meist nicht nur verbeulte (Argentinier fahren wie die Teufel), laute und stinkige Taxis, sondern verfuegen neben einem eigenstaendigem Design (meist Stufenheck) ueber eine voellig selbststaendige Nomenklatur. Opels fahren hier als Chevolets herum (Chevolet Astra, Chevolet Corsa), VW Polo oder Golf heissen hier Goal oder Voyage (sic!). Der Mercedes-Stern am Bus haengt schon mal verkehrt herum und gehoerte sicherlich nicht zur Serienausstattung ab Werk. Dafuer fuegt er sich hervorragend in die sonstige Chromlandschaft auf und im Bus ein.

Aber kommen wir zu den Erlebnissen der letzten Tage. Nach dem Fruehstueck am Donnerstag versorgte ich mich erst einmal mit Bargeld. Klingt trivial, ist es aber nicht. Zunaechst einmal muss man einen Automaten finden, welcher nicht durch ein “no functiona” verschoenert wird. War man hiermit erfolgreich, stellt einen die ziemlich verwirrende Menufuehrung vor Probleme (wer braucht 10^10 Auswahlmoeglichkeiten?!). Fehlende Vokabelkenntnisse im Bereich Finanzen machen die Situation noch ein wenig komplizierter. Hatte man mit Glueck die richtige Dinge angeklickt, haelt man endlich das sehnsuechtig erwartete Bargeld in der Hand. Doch anfangen kann man damit noch lange nichts, denn Geldautomaten spucken grundsaetzlich 100 Peso-Scheine aus, umgerechnet etwa 20 Euro. Wechseln kann darauf aber (scheinbar) niemand, so dass man so schnell wie moeglich versuchen muss, die Scheine klein zu machen.

Im Bus (hier wird Kleingeld benoetigt, welches fast nicht existiert, da staendig nur mit 2 Pesoscheinen bezahlt wird) ging es dann von Palermo, dem Viertel in dem mein Hostel liegt, nach Recoleta. Beruehmt ist das Viertel aus tourisitischer Sicht im Besonderen durch seinen grossen Friedhof und seine Kathedrale. Natuerlich habe ich mir beides angesehen. Besonders der Friedhof wusste nicht nur durch seine schiere Groesse zu beeindrucken, sondern auch durch seine architektonische Beschaffenheit. Ihre Ewigkeitsansprueche meisseln Argentinier nicht auf einen Grabstein, sondern errichten ein Mausoleum, welches sowohl in die Hoehe als auch in die Tiefe gebaut wird. So kommt es, dass in der Stadt innerhalb der Stadt mehrere Generationen einer Familie in einem “Haus” begraben sind.

Unterhalb des Friedhofs und der Pforte ins Himmelreich liegt eine ausgedehnte, schicke Shopping-Mall (Zufall?). Schick deshalb, da es neben diversen Laeden fuer Designermoebel auch einige coole Einrichtungsboutiquen gibt. Ausserdem findet sich hier das Hard Rock Cafe. Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein ich hab mir kein bloedes “Hard Rock Cafe” Shirt gekauft. Fuer die Hoodies/Jacken hatte ich leider weder Geld noch Platz im Gepaeck. Schade. Weiter gings auf die Suche nach einem Ort, wo sich gepflegt lunchen liesse. Waehrend ich so auf einem ausgedehnten Park-Platz (also ein Plaza mit Parkanlage) unter einem Baum auf die gruene Ampel wartete, passierte es. Etwas feuchtes traf mich von der Seite. Nun hierzu muss man anmerken, dass Tropfen von oben trotz durchgehendem Sonnenschein in Buenos Aires nichts ungewoehnliches sind. Entweder macht gerade jemand seinen Balkon, die Wohnung, das Treppenhaus, die Fenster oder sonst irgendwas sauber (wobei trotzdem nichts wirklich sauber aussieht…), oder es tropft einfach so.

Ein lautes “Oh!” hinter mir machte mir allerdings deutlich, dass nicht irgendeine Fluessigkeit meinen Koerper benetzt hatte. Aus dem Hinterhalt hatte mir ein Monster mit Fluegeln eine volle Breitseite gegeben. Treffer versenkt. Von oben bis unten war ich voll Vogelscheisse. Scheiss Vogel. Danke. Ein freundlicher Argentinier machte mich auf einen naechstgelegenen Brunnen aufmerksam, welcher selbstverstaendlich zu dieser Zeit kein Wasser fuehrte. Erst als ich mein T-Shirt auszog, wurden mir die Ausmasse der Scheisse bewusst. Ueberall. Na gut. Mit ein wenig Wasser aus der Flasche haben wir gemeinsam das Groebste entfernt. Mit einem “Buenas” verabschiedete sich der Argentinier. Mist. Ich erinnerte mich, dass mein Guide vor fremden Leuten warnt, die durch irgendeinen Anlass ihre Finger auf persoenliche Habseligkeiten kriegen. Und dieser Argentinier hatte seine Finger auf so ziemlich allen meinen Sachen. Alles noch da. Hey, es gibt auch nette (fremde) Argentinier!

Doch das besserte meine Laune nur wenig auf. Ich wollte nach Hause. Sofort! Hab ich dann auch gemacht. Ab in den Bus (mit dem Ruecken zum Fenster). Hostel. Dusche. Wie neugeboren. Da ich noch nichts gegessen hatte und meine brasilianischen Mitbewohner auch hungrig waren, suchten wir ein kleines unscheinbares Restaurant in Palermo auf. Steak sollte es sein. Und was fuer eins! Fuer weniger als 5 Euro bekam ich ein Gedicht im Gewand von 300 Gramm. Sofort war ich wieder mit der Welt im Reinen. Den portguiesischen Tischgespraechen konnte ich selbstredend nur schwer folgen. Machte aber nichts, schliesslich hasse ich es sowieso zu reden, wenn ich Hunger habe und das Essen vor meiner Nase dampft.

Zurueck im Hostel warf ich ein Blick ins Buecherregal. Cool! Alexander Dumas (Drei Musketiere) hat ein Buch ueber die Besetzung Frankfurts durch Preussen im Jahr 1866 geschrieben. Und direkt vor mir steht “Der Schleier im Main” auf Deutsch*. Freude! Das Buch selbst duerfte den wenigsten Deutschen ein Begriff sein, stammt es doch erstens von einem Franzosen (und so ist auch die Hauptperson im Buch ein liebenswerter franzoesischer Superheld) und handelt es zweitens von einer Phase der deutschen Geschichte, in der Preussen nicht gerade Lorbeeren fuer seinen “Liberalismus” verdient. Kein Wunder also, dass es bis vor wenigen Jahren keine deutsche Uebersetzung gab. Das Buch geschnappt und ab auf den Hof, habe ich es noch am gleichen Abend verschlungen. Sogar komplett zerstochene Arme und Beine nahm ich hierfuer in Kauf, hatte ich doch nach der Dusche vergessen mich wieder mit Insektenschutz einzureiben. Lesetipp!

Am folgenden Tag habe ich den Placement-Test einer der hier ansaessigen Sprachschulen gemacht. Keine Ahnung, ob sie fuer die 60 zu vervollstaendigen Saetze ueber eine Stunde vorgesehen hatten, Spass beim Raetseln hatte ich trotzdem. Danach erfuhr ich im Handyladen, dass mein gutes altes Siemens leider nur ueber Dualband verfuegt und somit in ganz Suedamerika nicht funktioniert. Falls mich also jemand anrufen moechte, geht dies nur per Skype. Termine bitte per E-Mail vereinbaren ;) .

Nachdem ich mich am Vortag bereits zum ersten Mal in den Bus getraut hatte (am Samstag habe ich die abenteuerliche Fahrweise der Busse mal auf einem Video festgehalten), war nun am Freitag die U-Bahn an der Reihe. Fuer Suedamerika ungewoehnlich verfuegt Buenos Aires naemlich ueber ein ausgedehntes U-Bahnnetz (Hersteller der Wagen: Siemens & AEG vor gefuehlten 40 Jahren). In der Bahn wurde ich Zeuge eines mir unbekannten Schauspiels. Den sitzenden Fahrgaesten wurde von einer angejahrten junggebliebenen Frau farbig(st)e Aufkleber (Superman, Spiderman, Sailormoon) auf den Schoss gelegt. Moechte man keine Aufkleber kaufen, gibt man der netten (?) Frau die Aufklebersammlung wieder zurueck. Sieht lustig aus und gehoert sicherlich eher zu den agressiveren Formen des Marketings.

Nach dem Besuch der Kathedrale der Stadt Buenos Aires am Plaza de Mayo, welcher fuer Argentinier DER Platz schlechthin ist, machte ich mich auf zum Buero des “la bicicleta naranja”. Auf orangen Fahrraedern ging es danach quer durch das suedliche Buenos Aires (fuer die Ortskundigen: San Telmo, La Boca, Puerto Madero). Wenn auch leider sehr touristisch gepraegt, beeindruckte mich vor allem das Viertel rund um El Camenito. Benito Quinquela Martin (1890-1977) hat hier im alten Hafenviertel sein Lebenswerk vollbracht. So kam es dass ich bereits am Samstag hierhin zusammen mit meinen Brasilianern und einem Italiener zurueckkehrte und wir uns ueber tourisitische Restaurants aergeten (beschissenes Essen, versteckte Kosten -> Bauchschmerzen). Nicht machen.

Mit den Amis Larry und Allan, die bei der Biketour dabeigewesen waren, habe ich dann noch eine Runde gesnackt. Leicht angetrunken haben wir ueber nationale Besonderheiten philosphiert, sodass ich mich schliesslich gegen 10pm zu meinem Hostel aufmachte. Duschen und ab zur “Full Moon Party” irgendwo in Buenos Aires. Zum Glueck waren wir mit Einheimischen unterwegs, sodass ich nicht dem Taxifahrer erklaeren musste, wohin die Reise ginge. Die Party wurde von den Hostels in B.A. organisiert und war relativ cool. Im Sonnenaufgang ging es mit dem Taxi durch den McDrive (uebrigens vergleichsweise teuer!) “nach Hause”.

Wie in alten Zeiten.

* lesenswert ist auch die negative Amazon-Rezension

Heiss, kalt, heiss, kalt, heiss, heiss, heiss.

4

Tage der Extreme. Waehrend im Rheinland in der letzten Woche so viel Schnee fiel (und liegen blieb) wie seit Jahrzehnten nicht mehr, sitze ich nach meinem ersten Transatlantikflug in bruellender Hitze. Und geniesse es.

Spannend waren die letzten Stunden, Tage und Wochen mit Sicherheit. Doch wo soll ich anfangen? Da der geplante Abschiedsbeitrag nicht zustande kam, starten wir am Besten mit meinen letzten Tagen in der Schweiz. Denn nach einer sehr (pruefungs-)intensiven letzten Woche in St. Gallen, ging es fuer 3 Tage in die Lenzerheide Skifahren. Dort bewiesen die CEMSies ihr Koennen nicht nur auf der Piste, sondern auch beim Apres-Ski. Perfekte Pistenverhaeltnisse und ein ziemlich wechselhaftes Wetter hielten dann auch so manche Ueberraschung bereit.

Weihnachten feierte meine gesamte Familie bei meiner Schwester und ihrem Mann in Essen. (Die ganze Familie? Nein, ein unbeugsamer juengerer Bruder tanzte aus der Reihe bzw. in Togo.) Die Erwartungen an diese Familienzusammenkunft waren gross und wurden trotzdem uebertroffen. DANKE!

In den Tagen zwischen Weihnachten und meiner Abreise begann ich langsam mein Gepaeck fuer Suedamerika vorzubereiten (Problem: wo bekommt man im Winter FlipFlops, Badehosen und kurze Hosen her? Genau.), Silvester in Koelle in meiner Bude zu feiern, lecker Essen zu gehen (Danke. Danke. Danke.) oder einfach nette Leute zu treffen. Bei traumhaften Schneeverhaeltnissen durfte eine Schlittenfahrt direkt vor der heimischen Haustuer ebenso wenig ausgelassen werden, wie eine Runde Schlittschuhfahren auf dem Bonner Museumsplatz. Sehr cool! Die Nacht vor dem Abflug verbrachte ich wiederum in Essen.

Bloss nicht verschlafen war die Devise und so kam es dann auch, dass ich mir den Wecker gestern eine Stunde zu frueh gestellt hatte (04.30 Uhr statt 05.30 Uhr). Die zusaetzliche Zeit nutzten die zauberhaften Damen der Familie und ich dann auch fuer ein gemuetliches Fruestueck. Der Flughafen Duesseldorf war von Essen aus schnell gefunden, das Gepaeck inklusive eines sehnsuechtigen Blicks der attraktiven Stewardess auf meine “Walker’s” (=Kekse) innerhalb von Sekunden eingecheckt (Deutschland olé!). Waehrend auf dem Flughafen noch grosszuegige Gemuetlichkeit vorherrschte, sah das in der Maschine von Iberia mit der Gemuetlichkeit schon wieder ganz anders aus. Formulieren wir es so: Die Sitze passten wie angegossen. Wie angegossen beobachtete ich dann auch auf der Startbahn, wie unser Flugzeug enteist wurde – wenn man die aktuellen Temperaturen hier in Buenos Aires bedenkt, mutet das ein wenig surreal an. Nachdem ich die engen Sitze bereits erwartet hatte, schaffte es das (komplett maennliche!?! Was zum…) Flugbegleiterteam mich zu ueberraschen. Allerdings nicht gerade positiv. Waehrend des gesamten Start- und Landevorgangs wurden wir mit schrecklichstem Weihnachtsgequaeke aus den Lautsprechern belaestigt. Dies gefiel dem Kleinkind in der Reihe vor mir natuerlich gar nicht, so dass es begann herzzerreissend zu schreien. Ich wollte auch, hab mich aber nicht getraut. Selbst Menschen mit einem unterentwickelten Musikgeschmack wuerden bei dieser Art von mentaler Folter kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehen. Oder wuerden einfach anfangen, sinnlos zu morden. Da draengt sich mir natuerlich spontan eine Frage auf: Weiss jemand zufaellig, ob in den Flugzeugen, die Al Qua… ach lassen wir das.

Ein paar Weihnachtslieder spaeter landeten wir sanft in Madrid. Dass dies nicht selbstverstaendlich ist, sollte ich spaeter erfahren. Zunaechst einmal wurde ich aber wieder ueberrascht. Der Flughafen wusste nicht nur durch eine sehr schicke Architektur, sondern auch eine interessante Beschilderung zu beeindrucken. Mit ein wenig blindem Glueck fand ich dann trotzdem mein Gate. Die Augen traute ich kaum wieder aufzumachen, als sich beim Warten vor dem Gate eine argentinische Grandezza neben mich setzte. Wie sich wenig spaeter herausstellen sollte verstand sie kein Wort Englisch und ich kein Wort Spanisch. Verfluchte Sprachlosigkeit! Der Start verlief wie erwartet (Musik, Kindergeschrei). Kaum in der Luft stellte sich heraus, dass mein Sitznachbar nicht nur Israeli mit Vorfahren aus Deutschland ist, sondern in den naechsten Wochen auch aehnliche Ziele wie ich ansteuern moechte. Mal sehen was daraus wird. Neben der Begeisterung fuer Inglorious Bastards (sic!) teilten wir auch einen vergleichbaren Arbeitseifer das Spanisch-Vokabellernen betreffend.

Ein paar Turbulenzen spaeter stand mit einem Mal das gesamte Flugzeug auf dem Gang – und wartete sehnsuechtig darauf auf die Toilette zu gehen. Das war allerdings nur ein kleiner Vorgeschmack. Denn kaum hatten wir den Sonnenuntergang 15.000ft ueber den Wasserfaellen von Iguazu verbracht (Wahnsinn!!), einen kleinen Snack genossen (“Tu viaje de principio a fin en iberia.com” – Hae?!) und die Uhren 6 Stunden zurueckgestellt (oh no!), begann auch schon der Landeanflug auf Buenos Aires. Zu den bereits bekannten Bedingungen (Weihnachtslieder, Kindergeschrei) gesellte sich nun auch ein Gewitter, dass sich gewaschen hatte. Das war besser als jede Achterbahnfahrt (huuuuiii, ohhhh, ahhhhh, *wuerg*). Um uns herum blitzt und schaukelte es heftig (immerhin sind wir im relativ grossen A320 geflogen…), trotzdem genossen wir die Aussicht auf ein praechtig erleuchtetes Buenos Aires. Waehrend uns der suesse Duft von frisch Erbrochenem umwehte, versuchten wir zu erahnen wie riesig diese Stadt ist. Unglaublich.

Unerwartet zuegig hielten wir unser Gepaeck in den Haenden, hatten bereits Geld getauscht und versuchten nun einen guten Taxipreis auszuhandeln. Den erhielten wir auch nur zahlen konnten wir nicht. Denn die druckfrischen 100 Argentinischen Pesos (umgerechnet etwa 20 Euro) konnte kein Mensch wechseln. Was zum … . Ein wenig spaeter hatten wir auch dieses Problem geloest und unsere kleine Israelisch-Deutsche Reisgruppe (3 Israelis und ich) wurde fuer kleines Geld auf die jeweiligen Hostels quer durch Buenos Aires verteilt. Da ich als Letztes abgesetzt wurde und mein relativ cooles Hostel nicht direkt im Zentrum, sondern in Palermo liegt, genoss ich ein wenig die private Stadtrundfahrt (“Qué es esto edificio” – “Eso es el Congreso” – “Ah. Muchas gracias.”). Wenig spaeter begruesste ich noch die anwesenden Brasilianer(-innen) auf meinem Zimmer (“One of us is missing. She’s having fun with some boys.” Heute morgen tauchte sie irgendwann wieder auf.) und haute mich um 01.30 Uhr (Ortszeit!) aufs Ohr.

Nach dem Fruestueck machte ich mich auf, meine Hood zu erkunden. Ziel war eigentlich eine grosse Einkaufsstrasse, um mir eine kurze Hose, sowie ein cooles T-Shirt zuzulegen (beides liegt zu Hause). Irgendwie verlor ich aber schnell die Lust, sodass ich mich im oertlichen Zoo wiederfand. Ziel der Uebung war eigentlich eine ruhige Bank, um mal ein wenig im Reisefuehrer zu blaettern. An Ruhe war allerdings nicht zu denken, denn ueberall: Kinder, Kinder, Kinder. So viele entbloeste Mutterbrueste wie am heutigen Tage habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Unglaublich. Ansonsten war der Zoo ganz nett. Allerdings begeistern mich gefangen gehaltene Tiere in total veralteten Kaefigen nicht wirklich. Dass im ganzen Zoo intensiv fuer Actimel geworben wurde (was zum …), machte die Sache auch nicht besser.

Nachdem ich dann doch ein paar ruhige Minuten auf der Parkbank verbringen konnte, beschloss ich nach einem Blick in den Footprint (mein bereits erwaehnter Reisefuehrer) in einem stylischem Restaurant in Palermo zu lunchen. Die lange Lauferei hatte sich gelohnt, denn das Mittagessen war Spitze. Wie es aussieht werde ich in den naechsten Tagen kulinarisch voll auf meine Kosten kommen, denn der ganze Spass kostet hier recht wenig. Dass Palermo noch viel cooler ist, als ich dachte, zeigte der anschliessende Spaziergang zurueck zum Hostel. Auf dem Weg passierte ich ein Klamottengeschaeft, wie ich es in meinem Leben zuvor nicht gesehen hatte. Unbeschreiblich und deshalb muesst ihr leider erst auf die Bilder warten, denn diese sagen mehr als 1000 Worte. Auf jeden Fall war ich wenig spaeter stolzer Besitzer eines coolen, aber fuer argentinische Verhaeltnisse total ueberteuerten T-Shirts. Sehr coole Bars, Restaurants, Shops, Boutiquen und Werkstaetten wechselten sich auf dem weiteren Weg ab. Das Hostel liegt perfekt!

Südamerika: Meine Route

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Langsam nimmt meine Reise nach Südamerika Formen an. Inzwischen habe ich nicht nur eine Idee, was in den Rucksack gehört, sondern auch wohin die Reise geht.

Hin und Her habe ich in den letzten Wochen überlegt, in welches Land ich in Südamerika reisen könnte. Ständig kamen neue Leute mit neuen Ideen, sodass man schon mal schnell den Überblick verlieren konnte. Manchmal bekomme ich das Gefühl, dass jeder Zweite hier in St. Gallen schon mal irgendwann in Mittel- oder Südamerika war und ein paar Geheimtipps für mich auf Lager hat. Inzwischen steht meine grobe Reiseroute jedoch fest. Motto: 1 Monat – 1 Land.

Tango lernen in Buenos Aires, Menschen suchen in Feuerland

Hinkommen, ankommen, runterkommen. Das wird mein Motto in den ersten Tagen der ersten Januarwoche 2010 in Buenos Aires sein. Sich Zeit nehmen, um Land und Leute kennen zu lernen und Zeit gewinnen, um mal klar zu kommen. Neben der Aufbesserung meiner Spanischkenntnisse möchte ich auch das Tanzbein schwingen und den ein oder anderen lässigen neuen Tangoschritt dazulernen (lang ist es her…). Ein 4-5 Tagetrip nach Patagonien/Feuerland soll Ende Januar ebenso folgen, wie ein Trip nach Iguazu.

Carneval de Oruro, La Paz und der Titicaca-See

Von Iguazu soll es dann Anfang Februar weiter nach Bolivien gehen (wie? mal sehen). Nachdem ich von Einheimischen bereits den Tipp bekommen habe, traditionellen Karneval in Oruro zu feiern, werde ich mir diese Besonderheit sicherlich nicht entgehen lassen. Weiter geht es dann nach La Paz (was ich da tue? mal im Führer nachlesen). Seit ich in Erdkunde in der 5. Klasse von der Existenz des Titicaca-Sees (15 mal so groß wie der Bodensee!) gehört habe, ist es mein Traum, dort hinzufahren. Zeit also den Traum zu erfüllen!

Sommer. Sonne. Strand. Sonnencreme.

… erwartet mich dann Anfang März nach meinem Flug von La Paz nach Catagena. Endlich mal eine Gelegenheit um ein wenig Wellen zu surfen, faul am Strand zu liegen (mal sehen ob ich das schaffe) und Zeit zum Nichtstun zu haben. Anschließend werde ich einige Tage in Bogota verbringen und mich dann irgendwann Ende März in den Flieger Richtung Heimat setzen…

Soweit der Plan. Ob das alles so klappt? Wir werden es sehen!

So sieht meine Reiseroute dann übrigens auf der Karte aus:


Backpacking Südamerika auf einer größeren Karte anzeigen

Kommt schon was zusammen…

Reisevorbereitungen Teil 2: Was gehört in den Rucksack? Und was nicht?

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Schritt für Schritt geht es nun voran mit den Vorbereitungen meines Backpacking Trips durch Südamerika zu Beginn des nächsten Jahres. Der Flug nach Buenos Aires ist für den 5. Januar via Düsseldorf und Madrid gebucht. Wann ich danach Wo sein werde, weiß ich zur Zeit allerdings noch nicht. Dementsprechend steht weder Rückreiseort noch -zeit fest. Irgendwann Ende März wird es aber soweit sein…

Im South American Handbook 2009 (Partnerlink) gibt es neben einigen Routen- Nationalpark- und Festivalempfehlungen auch eine hilfreiche Übersicht, was in den Rucksack gehört (“[...] a good principle is to take half the clothes, and twice the money, that you think you will need.”  oh!):

  • aufblasbares Kopfkissen
  • Gutes Schuhwerk (Schuhe > Schuhgröße 42 sind in Südamerika nur schwer zu finden)
  • Auslandsversicherungsschein
  • Wasserfeste Kleidung
  • Ohropax
  • FlipFlops (for showers etc.)
  • Schlafsack
  • Wäscheleine
  • Nagelfeile (fürs Gefängnis?)
  • Thermosflasche
  • Wasserflasche
  • Universaler Abflussstöpsel (hä?)
  • Kordel
  • Taschenmesser (Wer hat’s erfunden?)
  • Wecker (oh no!)
  • Kerzen (+ Feuerzeug)
  • Taschenlampe
  • Taschenspiegel
  • Adapter
  • Vorhängeschloss
  • Lippenbalsam
  • Kondome (steht da!)
  • Waterless soap (nie gehört…)
  • Wischlappen
  • Nähzeug
  • Toilettenpapier (especially on long bus trips ;) )

Bleibt kaum noch Platz fürs “richtige Gepäck”. A propos Platz. Gibt es Rucksackempfehlungen? Sehr angetan war ich von Berghaus-Rucksäcken mit Freeflow-System (Rucksack liegt nicht am Rücken direkt an – kein Schwitzen). Tipps für die perfekte Rucksackwahl habe ich hier gefunden (u.a. wichtig: Schutzhülle!). Was muss ich sonst noch beachten?

Reisevorbereitungen Südamerika

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Während ich gerade die Ruhe vor dem Sturm genieße  – sprich: letztes Wochenende vor dem Semesterstart in St. Gallen – gehen meine Planungen für die Zukunft bereits ein Stück weiter. Von Januar bis Ende März 2010 möchte ich mich mit Rucksack bewaffnet durch Südamerika kämpfen. Angedacht ist der sommerliche Start im antarktischen Süden und dann entlang der Anden weiter nordwärts. Doch bevor es los gehen kann, muss noch einiges erledigt werden:

  • Spanisch Lernen :)
  • Mitreisende finden (s.u.)
  • (Reise-)Literatur verspeisen (s.u.)
  • Genaue Route planen
  • Flüge buchen

Falls du in diesem Zeitraum gemeinsam mit mir abseits der “Gringo Trails” (passende Shirts zum Thema gibt es nach dem Klick) wandeln möchtest: Melden!

Wer aus welchen Gründen auch immer mich mit einem für diese Reise relevanten Buch beglücken möchte, findet auf meiner Amazon-Wunschliste reichlich Anregung.

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