Wo bleibt der Radau?
Genau das fragt sich Reinhard Mohr in einem lesenswerten Kommentar auf SpOn. Tenor: Früher war alles besser, denn stets ging es ums Ganze: das politische System, die Zukunft, das nackte Überleben…
Das wäre vor vierzig Jahren anders gewesen. Ob mit Rudi Dutschke an der Spitze oder nicht: Die Türme der Deutschen Bank in Frankfurt am Main wären längst von einer vieltausendköpfigen Menge umlagert worden. “Ackermann, komm raus! Sonst stürmen wir dein Haus!”, hätten die Demonstranten gerufen und zumindest darauf bestanden, eine revolutionäre Delegation in die Vorstandsetage zu entsenden.
Auf dem Anlagenring rund ums Frankfurter Bankenviertel hätte sich ein antikapitalistisches Basiscamp etabliert, in dem über die Zukunft der Waren- und Geldproduktion diskutiert worden wäre.
Die Situation heute sieht ganz anders aus:
Bei manchen Zeitgenossen, den Autor eingeschlossen, führt diese zugleich rasante wie zeitlupenhaft sich vollziehende Krise sogar zu bedingt antizyklischen Reaktionen. Motto: Konsum, ergo sum.