Spreeblick gibt einen interessanten Kommentar zum Thema Stolpersteine.

Ich kann sie nicht ignorieren, will es auch gar nicht, sie tauchen meine innere Umgebung jedes einzelne Mal für Bruchteile von Sekunden in ein filmisches Schwarzweiß und stellen mir Fragen – nein, das ist falsch, sie stellen mir keine Fragen, die stelle ich mir selbst. Keine weinerlichen oder pseudo-betroffenen, sondern spannende, herausfordernde Fragen, die den Kopf füttern und die ihren Zweck damit viel mehr und viel leichter erfüllen als viele andere Versuche, den Glücklichen an die Unglücklichen zu erinnern.

Das kann ich so direkt unterschreiben. Ich bin begeistert von der Idee, dass einem durch die Stolpersteine die Vergangenheit ins Gedächtnis gerufen wird – ohne aufdringlich zu sein fordern sie den Vorübergehenden zu einem regen Gedankenaustausch mit dem eigenen Ich auf.
Stolpersteine München
Gerade in Großstädten wie München war die Aktion allerdings sehr sehr umstritten. Dem Satz “die Monarchen würden in den Denkmälern aufs Pferd gehoben, ein jüdischer Demokrat aber so erniedrigt, dass jeder das Gedenken mit Füßen treten kann” kann ich nicht zustimmen, denn im Boden eingelassene Gedenksteine sind seit Jahrhunderten eine durchaus gebräuchliche Art des Erinnerns in Mitteleuropa – wer mal in der Westminster Abbey war, weiß wovon ich spreche! Allerdings hat sich in diesem Punkt besonders die jüdische Gemeinde nicht mit dem Gedanken der Stolpersteine anfreunden können – Schade!