Nun bin ich weder Pro-Gamer noch befürworte ich Amokläufe an Schulen, aber derartige Vorkommnisse als erstes in Verbindung mit sogenannten Killerspielen (ich favorisiere den Begriff “Ego-Shooter”) zu bringen, halte ich für völlig verfehlt! Wem ist damit geholfen?

Nicht die Symptome, sondern die Ursachen müssen bekämpft werden
Das exzessive Spielen von Ego-Shootern ist keineswegs Ursache, sondern eher Ventil für Aggressionen. Häufig sind Menschen die derartige Spiele nicht übertrieben regelmäßig spielen sogar ausgeglichener als andere.

Interessant ist, dass sich immer die Menschen nach Katastrophen zu Wort melden, die erwiesenermaßen am wenigsten Ahnung haben. Ich glaube nicht, dass Wolfgang Bosbach schon mal einer LAN-Party beigewohnt hat…

Mitschuld trägt die Gesellschaft
Nach genauerem Hinsehen fällt auf: Fast immer sind Amokläufer von der Gesellschaft ausgestoßene und allein gelassene Menschen, mit großem Selbstdarstellungsdrang (“[...] damit sie meinen Namen nie wieder vergessen werden [...]“). Hier versagen unsere Pädagogen und nicht die Spieleentwickler. Nur durch Investitionen in Bildung mit einhergehender Verbesserung in der Pädagogik und Betreuung von sogenannten “Problemkindern” können solche Amokläufe in Zukunft vermieden werden.

Ein Verbot führt zu nichts
Gerade Schüler mit großen gesellschaftlichen Problemen werden im Zeitalter des Internets viele Möglichkeiten finden, trotzdem an gewaltverherrlichende Computerspiele zu gelangen. Warum sollen eigentlich nur Computerspiele verboten werden? Fördern nicht gewaltverherrlichende Filme ebenso Gewaltphantasien? Wen interessiert’s…

Fakten, Fakten, Fakten
Jährlich sterben hundertfach so viele Menschen durch Geisterfahrer (mit “Gewaltphantasien”) auf Autobahnen, wie Schüler durch Amokläufe – aber auf die Idee das Autofahren zu verbieten kommt niemand.

Jährlich sterben millionenfach Menschen an den Folgen von Übergewicht und schlechter Ernährung. Unserer Volkswirtschaft entstehen dadurch Schäden in Milliardenhöhe – niemand kommt auf die Idee Mc Donalds zu verbieten (von ein paar fundamentalen Amis mal abgesehen).

Fördern nicht auch Kampfsportarten Gewaltphantasien? Seltsam, dass solche Menschen ebenfalls sehr viel ausgeglichener sind als manch anderer…

Fazit
Die immer wieder aufs neue geführte Debatte über den Verbot von Killerspielen führt sich selbst ad absurdum. Der exzessive Konsum von Gewaltspielen und das Übertragen der digitalen Inhalte auf die Realität ist eine Randerscheinung und keinesfalls Normalität.