Den Vorwurf des Spiegels der versteckten PR…

Im Januar druckte das Wirtschaftsmagazin „Brand Eins“ eine Reportage über den Bananenkonzern Chiquita. Das Stück hieß „Vom Ausbeuter zum Vorbild“ und wimmelte von Komplimenten. Zwar sei Chiquita früher „der Krake“ genannt worden, weil sich der Konzern nach Gutsherrenart in Lateinamerika breitgemacht hatte. Aber das sei Geschichte. Spätestens 2001 sei dem Konzern der „Wandel vom Saulus zum Paulus“ gelungen – was etwas überraschend kam.

Im April 2002 veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einen Bericht, nach der die Firmen Chiquita, Del Monte und Dole von Plantagen versorgt wurden, auf denen Kinder arbeiteten. Sie seien zum Teil erst 8 bis 13 Jahre alt und hätten auch zu dem Zeitpunkt gearbeitet, als giftige Pilzbekämpfungsmittel über die Plantagen versprüht wurden.

Erst vor kurzem legten Bananenarbeiter einer Chiquita-Tochter in Panama die Arbeit nieder. Grund: Der Konzern habe sich geweigert, Löhne zu zahlen. In den „Brand Eins“-Bericht hätten derlei Informationen nicht so gut gepasst. Man habe aufwendig recherchiert, „aber selbst das böse kann sich ändern“, rechtfertigt Chefredakteurin Gabriele Fischer die Lücken.
Auszug aus dem Spiegel vom 31.07.2006

…fand die “brand eins” – Redaktion gar nicht lustig und keilt (nach einer kurzen Stellungsnahme inkl. der kritischen Stellen (viele) im Artikel) zurück:

So viel zu den nicht erwähnten Problemen. Was den Spiegel-Vorwurf der freundlichen Berichterstattung angeht, geben wir den gern an die Kollegen zurück: Wir halten Recherche nicht für Meinungsschwäche. Und das bleibt auch weiterhin so.

Glückwunsch!